IRL4LIVE Roadbook · Roadtrip

Erstes Mal ohne Campingplatz – und direkt Chaos im Kofferraum

Kein Campingplatz, Sprudelwasser-Mokka, kein Plan. Dafür Sonnenuntergang, Chaos im Kofferraum und unser erster echter Test. Und der lief… anders als gedacht.

Erstes Mal ohne Campingplatz – und direkt Chaos im Kofferraum

Eigentlich war es genau das, worauf wir Lust hatten: einfach los, Richtung Niederlande, raus aus dem Alltag und schauen, wie gut unser kleines Dachzelt-Setup wirklich funktioniert, wenn kein Campingplatz, kein Waschhaus und keine öffentliche Toilette in der Nähe sind.

Freitag ging es los. Nicht super früh, nicht perfekt vorbereitet, aber mit diesem Gefühl: Hauptsache unterwegs.

In der Dämmerung kamen wir an. Über Park4Night hatten wir einen Platz am Deich gefunden, irgendwo bei Almere, mit Blick über den südlichen Teil des IJsselmeers. Und was sollen wir sagen: manchmal stolpert man nicht über einen Platz, manchmal landet man einfach genau richtig.

Fast komplett einsam. Wasser vor der Nase. Deich unter den Füßen. Ruhe um uns herum.

Genau dafür machen wir das.

Unser erster richtiger Test ohne Campingplatz

Dieses Wochenende war für uns mehr als nur ein kleiner Ausflug.

Es war der erste Trip mit unseren neuen Errungenschaften. Und davon hatten wir inzwischen einige dabei:

EcoFlow Delta 2 Max, unsere doppelte Gaskochplatte, die 40-Liter-Kühlbox von Totalcool, unsere neuen Kisten als Stauraumwunder und natürlich das vielleicht wichtigste Stück Ausrüstung überhaupt: unsere heilige Porta Potti 565E mit elektrischer Pumpe.

Ja, das klingt vielleicht erstmal nicht romantisch.

Aber wer zum ersten Mal ohne Campingplatz unterwegs ist, merkt sehr schnell: Strom, Essen, Kühlung, Stauraum und Klo sind plötzlich ziemlich zentrale Themen.

Und spätestens dann wird aus einer mobilen Toilette kein „peinliches Campingding“, sondern ein kleines Stück Freiheit.

Tetris in der Dämmerung

Die Ankunft war wunderschön. Der Aufbau vom Dachzelt? Fast schon lächerlich einfach.

In weniger als fünf Minuten stand das Ding.

Was dagegen noch nicht ganz so elegant funktioniert hat: unser Kofferraum-Tetris.

Wir wollten ja noch etwas essen. Also musste erstmal alles raus aus dem Wagen. Kisten raus. Kochplatte raus. Kühlbox checken. Irgendwas suchen. Noch etwas umstellen. Dann merken, dass man genau das braucht, was natürlich ganz unten liegt.

Und am Ende alles wieder irgendwie zurück ins Auto.

Sagen wir mal so: Das müssen wir noch üben.

Da war der Dachzeltaufbau im Vergleich fast schon ein Kinderspiel.

Die erste Nacht am Wasser

Die Nacht war atemberaubend.

Es war ruhig. Wirklich ruhig.

Bis auf das Plätschern des Wassers war da einfach nichts. Kein Campingplatz-Geräusch, keine Nachbarn direkt nebenan, kein Sanitärhaus-Verkehr, keine Autos, kein Stimmengewirr.

Nur Wasser, Wind und dieses Gefühl, gerade genau am richtigen Ort zu sein.

Theoretisch hätten wir sogar völlig entspannt aufs Klo gehen können. Praktisch hatten wir ja unser Porta Potti dabei.

Aber nachts im Kopf nochmal durchzurechnen, wo im Auto jetzt was steht, welche Kiste wohin müsste und wie man sich durch das ganze Zeug sortiert, ist nochmal eine andere Disziplin.

Kurz gesagt: Wir dachten gefühlt alle zehn Minuten, wir müssten mal.

Nicht, weil es so war.

Sondern weil wir jetzt theoretisch gekonnt hätten.

Campinglogik. Muss man nicht verstehen.

Sonnenaufgang aus dem Dachzelt

Am nächsten Morgen war dann alles wieder vergessen.

Durch das Seitenfenster vom Dachzelt konnten wir einen wunderschönen Sonnenaufgang sehen. Einer dieser Momente, in denen man noch halb im Schlafsack liegt, nicht wirklich wach ist, aber schon merkt: Ja. Genau dafür hat sich der ganze Aufwand gelohnt.

Dieses Licht über dem Wasser.

Erstes Mal ohne Campingplatz – und direkt Chaos im Kofferraum

Diese Ruhe.

Dieses Gefühl, nicht irgendwo ein Hotelzimmer gebucht zu haben, sondern wirklich draußen zu sein.

Danach natürlich erstmal: Kaffee.

Oder zumindest der Versuch davon.

Der große Sprudelwasser-Mokka-Fehler

Freitag waren wir noch schnell im holländischen Jumbo einkaufen. Unter anderem Wasser.

Wir wollten natürlich stilles Wasser kaufen. Also irgendwas Richtung „non bruisend“.

Was soll man sagen?

Es sprudelte dann doch ziemlich ordentlich.

Kann passieren.

Zum Kaffee kochen ging es noch irgendwie. Aber dann kam die absolut schlechteste Idee des Wochenendes: super intensiven Mokka mit Sprudelwasser auffüllen.

Bitte macht das nicht.
Wirklich nicht.

Das ist keine kreative Campinglösung. Das ist ein Getränk, das man nur einmal probiert und danach sofort als persönliche Warnung abspeichert.

Wir haben uns davon aber erholt.

Irgendwann.

Almere – anders als erwartet

Nachdem wir wieder halbwegs hergestellt waren, sind wir rüber nach Almere gefahren.

Wer bei Niederlande direkt an enge Gassen, alte Häuser, Grachten und kleine verwinkelte Innenstädte denkt, bekommt in Almere erstmal etwas anderes.

Almere ist modern. Offen. Geplanter. Nicht dieses klassische Bilderbuch-Holland.

Und trotzdem hat die Stadt ihren eigenen Charme.

Auf dem Markt trifft man sich, kauft ein, schlendert herum, isst etwas, schaut Leute an und merkt wieder: Die Niederländer können Atmosphäre. Auch ohne alte Häuschen und Postkartenkulisse.

Und Pommes.

Originale holländische Pommes.

Da brauchen wir gar nicht groß diskutieren. Das können sie einfach.

Zurück zum Deich

Trotzdem wollten wir zeitig zurück zum Deich.

Wir hatten gelesen, dass die Aussicht dort zum Sonnenuntergang richtig schön sein soll. Und wenn man schon so einen Platz gefunden hat, dann will man genau diesen Moment natürlich nicht verpassen.

Also zurück.

Kisten raus.

Kocher bereit.

Jacke an.

Noch eine Jacke wäre auch nicht schlecht gewesen.

Denn so schön es war, so windig war es auch.

Und genau da kam die nächste Erkenntnis: Wir brauchen einen Windschutz.

Nicht irgendwann.

Bald.

Erstes Mal ohne Campingplatz – und direkt Chaos im Kofferraum

Weil so ein Sonnenuntergang am Wasser zwar magisch ist, aber der Wind dir dabei sehr deutlich erklärt, dass „romantisch“ und „eiskalt“ problemlos gleichzeitig stattfinden können.

Sonnenuntergang mit Gänsehaut

Der Sonnenuntergang war trotzdem einfach nur schön.

Dieses Licht über dem Wasser. Die Wolken. Der Blick. Das Gefühl, dort zu sitzen, wo andere vielleicht nur kurz anhalten und ein Foto machen.

Wir hatten unseren kleinen Platz, unsere Kisten, unseren Kocher, unser Chaos und eine Aussicht, für die man eigentlich gar nicht viel sagen muss.

Das war einer dieser Momente, in denen das Setup plötzlich egal ist.

Ob die Kisten perfekt stehen.

Ob alles optimal gepackt ist.

Ob der Kaffee vorher eine geschmackliche Katastrophe war.

In dem Moment sitzt du einfach da und denkst: passt.

Unser Kacki Kacki mit Meerblick

Und dann war da noch ein weiterer Meilenstein.

Unser Porta Potti.

Seit diesem Wochenende auch liebevoll „Kacki Kacki“ genannt.

Denn wenn man zwischen zwei offenen Autotüren sitzt und sein Geschäft mit Meerblick erledigen kann, dann ist das vielleicht nicht die glamouröseste Campinggeschichte, aber definitiv eine, die hängen bleibt.

Und ganz ehrlich: Genau solche Dinge gehören dazu.

Nicht alles ist Sonnenuntergang, Freiheit und perfekte Instagram-Momente.

Manchmal ist Camping auch: Wie stellen wir das Klo so hin, dass es praktisch ist, aber trotzdem niemand traumatisiert wird?

Low-Budget-Abenteuer eben.

Mit Aussicht.

Bratkartoffeln aus der Pfanne und andere Wahrheiten

Gekocht wurde natürlich auch.

Nicht groß kompliziert. Nicht fancy.

Bratkartoffeln, Würstchen, Kaffee, einfache Sachen.

Und dabei haben wir gemerkt: Wir hatten viel zu viel dabei.

Viel zu viel.

Am Sonntag beim erneuten Tetris wurde uns dann klar, was beim nächsten Mal zu Hause bleiben kann.

Tische? Brauchen wir erstmal nicht. Unsere Kisten sind Stauraum, Tisch, Ablage und Küche in einem.

Teller? Zwei reichen. Die Bratkartoffeln haben wir am Ende sowieso direkt aus der Pfanne gegessen.

Gläser? Zwei reichen auch. Wein kann man notfalls aus dem Wasserglas trinken.

Besteck und Zubehör? Viel zu viel. Man packt offenbar automatisch so, als würde man ein kleines Restaurant am Deich eröffnen.

Die Kisten sind Gold wert

Was aber richtig gut funktioniert hat: unsere neuen Kisten.

Stauraumwunder trifft es wirklich.

Man glaubt gar nicht, was da alles reinpasst. Und man glaubt noch weniger, was alles in so einen Cupra passt, wenn man bereit ist, kurzzeitig die physikalischen Grenzen des Innenraums zu diskutieren.

Die Kisten sind Tisch, Ordnungssystem, Küchenblock, Stauraum und manchmal auch einfach Sitzgelegenheit fürs Auge.

Genau solche Lösungen mögen wir.

Erstes Mal ohne Campingplatz – und direkt Chaos im Kofferraum

Nicht teuer. Nicht kompliziert. Nicht perfekt.

Aber praktisch.

Und passend zu uns.

Was wir gelernt haben

Dieses Wochenende war kein perfekt durchgeplanter Vanlife-Traum.

Es war eher ein ehrlicher Test.

Was funktioniert?

Was nervt?

Was fehlt?

Was kann weg?

Und was ist überraschend gut?

Die Antwort ist ziemlich klar: Das Grundkonzept funktioniert.

Cupra, Dachzelt, Kisten, EcoFlow, Kühlbox, Kocher und Porta Potti – das ist klein, aber machbar.

Es ist nicht luxuriös. Es ist nicht riesig. Es ist manchmal eng, manchmal chaotisch und manchmal muss man dreimal umpacken, nur um an eine Packung Brot zu kommen.

Aber es funktioniert.

Und es fühlt sich richtig an.

Nicht optimal, aber besser

Am Sonntag hieß es dann wieder zusammenpacken.

Nochmal Tetris. Nochmal überlegen, was wohin muss. Nochmal feststellen, dass wir für den nächsten Trip weniger mitnehmen sollten.

Und genau das ist vielleicht der Punkt.

Der nächste Trip wird optimierter.

Aber wahrscheinlich immer noch nicht optimal.

Denn irgendwas ist ja immer.

Vielleicht fehlt dann der Windschutz. Oder das richtige Wasser. Oder ein besserer Platz für das Klo. Oder wir nehmen doch wieder drei Dinge mit, die kein Mensch braucht.

Aber das ist okay.

Wir tasten uns ran.

Unser Fazit zu Almere

Almere war für uns ein wichtiger kleiner Meilenstein.

Der erste Trip ohne Campingplatz.

Der erste echte Test mit Porta Potti.

Der erste Einsatz unserer neuen Ausrüstung.

Der erste Sonnenuntergang am Deich.

Der erste Moment, in dem wir gemerkt haben: Ja, das können wir so machen.

Nicht perfekt.

Nicht groß.

Nicht luxuriös.

Aber echt.

Und genau darum geht es bei IRL4LIVE.

Einfach losfahren. Dinge ausprobieren. Lachen, wenn etwas schiefgeht. Lernen, was besser werden muss. Und die Momente genießen, die man nicht planen kann.

Wenn ihr sehen wollt, wie es weitergeht – mit weniger Gepäck, besserem Tetris, hoffentlich stillem Wasser und sehr wahrscheinlich neuen kleinen Pannen – dann kommt einfach mit.