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Erstes Wochenende im Dachzelt – vorsichtig rantasten statt direkt Vollgas

Eigentlich wollten wir nach Holland… Der Plan war klar: Wochenende, Dachzelt, ab nach Holland, irgendwo am Wasser stehen und einfach ausprobieren. So zumindest die Theorie...

Erstes Wochenende im Dachzelt – vorsichtig rantasten statt direkt Vollgas

Erstes Wochenende im Dachzelt – einfach mal machen

Eigentlich war alles anders geplant. Holland. Meer. Freistehen. Genau das, worauf wir uns die ganze Zeit gefreut hatten. Und dann kam der Wetterbericht. Regen. Zur besten Zeit des Tages, zumindest angesagt. Genau an diesem Wochenende. 

Also haben wir das gemacht, was man in solchen Momenten macht, wenn man trotzdem unbedingt los will:

Plan geändert. Nicht perfekt. Nicht weit weg. Aber machbar. 


Plan B: Schiedersee statt Meerblick

Statt Holland ging es also nach Ostwestfalen. Zum Schiedersee. Wir standen für zwei Nächte auf einem Campingplatz bei guten Bekannten. Und ganz ehrlich: Das war eigentlich gar nicht so unser Ding.

Saubere Wege. Gepflegte Anlage. Ein Wasch- und Toilettenhaus, das eher an ein Hotel erinnert als an Camping. Nicht falsch verstehen – das war richtig gut. Aber eben nicht das, was wir unter „unserem Stil“ verstehen. Und trotzdem war es genau richtig. Weil wir einfach endlich los wollten.


Dachzelt und Camping– aber in der Light-Version

Freitagabend sind wir relativ spät angekommen. Also kein großes Programm mehr. Zelt aufgebaut. Kurz zusammengesessen. Etwas getrunken. Ein bisschen geredet. Und dann ging es auch schon ins Dachzelt. Erste Nacht.

Und ja… die war ehrlich gesagt eher so mittel. 

  • Die Matratze war härter als gedacht.
  • Die Kissen – naja, falsche Wahl.
  • Und die Temperatur ging runter auf drei Grad.

Erstes Wochenende im Dachzelt – vorsichtig rantasten statt direkt Vollgas

Zum Glück hatten wir dicke Decken dabei.
Was aber positiv war: keine Rückenschmerzen

Und das war ehrlich gesagt mehr, als wir erwartet hatten.


Am nächsten Morgen war dann plötzlich alles anders.

Am Abend vorher noch kalt, bisschen ungemütlich, alles neu… und dann wachst du auf, machst das Zelt auf und denkst dir einfach nur: ja, genau dafür machen wir das hier. Sonne, komplett ruhig, richtig klare Luft. Also raus aus dem Zelt, erstmal ein bisschen wach werden und dann erstmal Frühstücken. Dirk hat uns wirklich echt verwöhnt. 

So frisch gestärkt wollten wir nun also unser Vorzelt aufbauen, weil wir wussten ja, Regen soll kommen, also wollten wir testen, wie klappt das alles, Aufbau, wieviel Platz ist in so einem Vorzelt, wie warm oder wie windig wird es hier drin, könnte man darin kochen, alles Fragen, die ein Camper doch geklärt haben will.

Tja, aber dann, nur eine riesige Plane, wo wir am Anfang gar nicht wussten, was ist innen, was außen, wo oben oder wo unten, gibt es nen Eingang,

Wie geht das überhaupt?

Und da war er da, der Aha Moment, jo, hier wird es eingeklickt, da noch festgemacht am Dachzelt, und ja, da kommen die Stangen rein und hier die Heringe, aber Moment, Heringe kommen in den Boden, und zwar ganz und nicht nur halb. Tja und da war er wieder, dieser Aha Moment, aber diesmal eher so, och menno, wir kriegen die Krise. Der Boden hatte zwar bissel Wiese, aber nach ca. 5 cm steinhart, vermutlich Betonplatte untendrunter. Also nichts mit Zelt aufbauen, alles wieder rein in die Tasche, und die Frage, ob wir es jemals aufbauen werden.

Erstes Wochenende im Dachzelt – vorsichtig rantasten statt direkt Vollgas

Von daher wurde Ablenkung benötigt, wir wollten zumindest mal schauen, wo sind wir hier eigentlich gelandet, und haben dann einfach gesagt, komm, wir laufen mal los. Am Ende sind wir einmal komplett um den Schiedersee rum, ich glaub so acht Kilometer waren das.

Ohne Stress, ohne Ziel, einfach laufen, quatschen, gucken.

Und genau in solchen Momenten merkst du dann, dass es gar nicht um das perfekte Setup geht oder darum, alles im Griff zu haben, sondern einfach darum, draußen zu sein und sich die Zeit zu nehmen.

Abends sind wir dann wieder bei unseren Bekannten gelandet und haben zusammen gegrillt. Ganz entspannt, nichts Großes vorbereitet, kein „wir müssen jetzt noch dies und das machen“, sondern einfach zusammensitzen, essen, ein bisschen reden und den Tag ausklingen lassen.


Der Wind, der Feind des Zeltes...

Und dann kam die zweite Nacht. Erst Regen, was ja noch geht. 

Und dann irgendwann so eine Windböe, wo ich wirklich im Halbschlaf dachte: okay, das war’s jetzt, gleich hebt das Ding ab und wir hängen irgendwo im Baum. Ist natürlich nichts passiert.

Das Dachzelt hat das komplett entspannt mitgemacht, und genau da war dann so ein Moment, wo wir beide gemerkt haben: okay, das funktioniert wirklich. Nicht nur bei schönem Wetter, sondern auch, wenn’s mal ungemütlich wird.

Sonntagmorgen war dann irgendwie schneller da, als man gedacht hätte. Aufstehen, zusammen frühstücken, mit Käptn Dirk noch eine Runde Schiff auf dem Schiedersee fahren, Wind im Haar, Sonne im Nacken, wunderbar. Hungrig von der Seeluft, erstmal noch den Grill bei Dirk angeschmissen, Stärken für die Heimreise, und dann hieß es auch schon zusammenpacken, Zelt wieder runter, alles ins Auto und dann ging’s auch schon wieder nach Hause.

Und wie das immer so ist: Zwei Nächte fühlen sich im Nachhinein viel kürzer an, als sie eigentlich waren.

Wenn man ehrlich ist, war das jetzt kein riesiges Abenteuer.

Wir standen auf einem Campingplatz, hatten saubere Duschen, Toiletten, alles da, was man so braucht.

Erstes Wochenende im Dachzelt – vorsichtig rantasten statt direkt Vollgas

Also eher so die „Light-Version“ von dem, was wir eigentlich vorhaben.

Aber genau das war richtig.

Weil wir einfach gemerkt haben: es funktioniert. Auch wenn’s kalt ist, auch wenn noch nicht alles perfekt ist und man hier und da noch nachbessern muss.

Die Kissen waren Mist, die Matratze könnte besser sein, beim Aufbau sind wir auch noch nicht super routiniert – aber das gehört ja irgendwie dazu.

Wir müssen das nicht direkt perfekt können.

Wir können uns da einfach rantasten, ausprobieren, Sachen ändern und nach und nach unser eigenes Setup draus machen. Und auch wenn das jetzt kein großes Abenteuer war, war es trotzdem genau das, was wir gebraucht haben.

So ein erstes „okay, wir machen das jetzt wirklich“.

Und genau so fühlt sich das auch an.

Wenn ihr sehen wollt, wie es weitergeht – mit besseren Lösungen, mehr Routine und wahrscheinlich auch der ein oder anderen Panne – dann kommt einfach mit.